Die fidele Schneiderin Teil 4
Duplizität der Ereignisse! Während Daniel mit Dunja seine zweite Anprobe auf ganz besondere Weise feierte, saß seine Frau mit einem ihrer Kollegen ganz eng vor dem Bildschirm zusammen. Sie hatten die langen Zahlenreihen des Kalkulationsprogramms mit den Einzelbelegen zu vergleichen. Hin und wieder kitzelte ihr Atem an seinem Ohr, wenn sie sich zur Seite drehte und ihm Zahlen ansagte. Es war nicht allein dieser Atem, der den Mann erregte. Seit langem hatte es manchmal zwischen ihnen geknistert. Er wusste, dass sie allein in der Abteilung Überstunden machten. “Jetzt oder nie”, sagte er völlig zusammenhangslos. Den Zusammenhang stellte er aber gleich her. Er packte zu ihren Brüsten und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. Nur schwach küsste sie zurück. Dann heftig. Sie ließ es auch zu, dass seine Hand auf ihren Schenkeln auf Wanderschaft gingen. Augenblicklich sprang sie von dem überraschenden Überfall an. Der übermütige Kerl hüpfte zur Tür, drehte den Schlüssel von innen um und zog sie splitternackt aus. Sie wusste, dass er Junggeselle war. Deshalb wunderte sie sich nicht, dass er es ihr gleich dreimal hintereinander besorgte.
Am Abend sah Iris am Po ihres Mannes einen verdächtigen Fleck. Es sah aus wie von einem schmalen Frauengebiss. Beiläufig fragte sie: “Warst du heute zur Anprobe?”
“Ja! Und ich habe den Anzug gleich mitnehmen können. Aber so schnell lasse ich mir keinen wieder anfertigen. Eine teure Schmiere.”
Insgeheim grübelte er, wie das mit der hübschen Schneiderin weitergehen sollte, denn einen neuen Anzug würde er so schnell ja nicht mehr brauchen. Sie schlief mit ähnlichen Gedanken an ihren Kollegen ein.